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Die Reiherkönigin
Ein Star sinkt ins Bodenlose
Der Schlagerkönig Stanislaw Retro steht im Mittelpunkt. So sind die vom Klavier begleiteten plakativen Songs ein wichtiger Bestandteil der Inszenierung von Krzysztof Minkowski. Das gut aufgelegte Ensemble legt dazu gerne ein Tänzchen hin, während Stanislaw Retro den angehimmelten Star gibt. Doch man merkt ihm die Anstrengung an. Sein Stern ist schon seit längerem am Sinken. Sein Produzent versucht mit eigenen Mitteln dagegen zu arbeiten. Er dichtet seinem Schützling eine versteckte Homosexualität an und schickt in Talkshows, die den vermeintlichen Skandal gnadenlos ausnutzen.
Dorota Maslowska schreckt in ihrem Roman „Die Reiherkönigin. Ein Rap“ vor keinerlei Klischee, Abgründigkeit oder Geschmacklosigkeit zurück. Ihr Text bedient sich ebenso ungeniert stilistischer Mittel: Gereimtes, Wortneuschöpfungen, Prosa, Pornographisches ergeben einen wilden Mix, der zunächst überrascht, aber im Laufe der zweieinhalbstündiger Aufführung des Maxim Gorki Theater aus Berlin immer vorsehbarer erschien. Dem Publikum im Kulturhaus 73 amüsierte sich dennoch hervorragend. Die Beifallsbekundungen am Schluss animierten das erfreute Ensemble zu mehreren Zugaben.
Birgit Schmalmack vom 24.7.09
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