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Gefangen im Netz
Gefangen in seinem Netz der Lügen findet sich plötzlich Mr. John Smith, als eine Tochter im virtuellen Netz eine Bekanntschaft macht: Das Internet hat seine beiden Kinder zueinander geführt, obwohl der zweifache Familienvater sie sorgsam voneinander zu trennen versuchte. In London lebte er als Taxifahrer im Schichtbetrieb seit 16 Jahren ein doppeltes Leben. Mit jeder seiner Frauen hatte er ein Kind und ein Reihenhäuschen. Als seine Lebenslüge aufzufliegen droht, setzt er alle Hebel in Bewegung, um zu verhindern, dass ihm sein sorgsam eingerichtetes Lügengebäude um die Ohren fliegt. Immer weiter verstrickt er sich mit Hilfe seines Freundes und Untermieters in sein Lügengespinst. Immer neue Lügen erfindet er, um zu verhindern, dass seine Kinder sich treffen. Immer unglaubwürdiger werden seine Ausredungen. Über zwei Stunden wehrt er sich im English Theatre tapfer gegen die Wahrheit. Das Publikum amüsiert sich während seiner Zappelaktionen im Netz köstlich, da die Schauspieler allesamt Meister ihres Fachs sind. Sie servieren selbst die abstrusesten Ideen und Ausreden mit der Ernsthaftigkeit eines trockenen Humors. Dennoch wird die Geduld der Zuschauer auf eine harte, wenn auch unterhaltsame Probe gestellt. Auch nach der Pause geht das Versteckspiel bis zum überraschenden Ende weiter. Das tat der Stimmung im Zuschauerraum keinen Abbruch. Wer sich ohne Rücksicht auf Plausibilität gnadenlos amüsieren will, dem sei ein Besuch dieser Inszenierung empfohlen.
Birgit Schmalmack vom 2.1.09
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